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Piotroski F-Score in globalen Aktienmärkten: 10 % Überrendite pro Jahr in 35 Ländern

Studie 2000–2018: Piotroski F-Score liefert 10 % Überrendite p.a. in 20 Industrieländern und 15 Schwellenmärkten. Funktioniert für alle Unternehmensgrößen.

Letzte Aktualisierung: Juni 2026

 

Funktioniert der Piotroski F-Score nur in den USA, oder weltweit? Eine 2020 veröffentlichte Studie hat genau diese Frage über 18 Jahre und 35 Märkte beantwortet — und das Ergebnis ist eindeutig: Aktien mit hohem F-Score schlagen Aktien mit niedrigem F-Score in entwickelten und in Schwellenmärkten um durchschnittlich 10 % pro Jahr. Dieser Artikel fasst die Studie zusammen, erklärt, wie die Forscher Verzerrungen ausgeschlossen haben, und zeigt, wie Sie den F-Score für Ihre eigenen Anlageentscheidungen einsetzen können.

 

F-Score weltweit — Kern-Ergebnisse der Studie 2000–2018:
• Aktien mit hohem F-Score (7–9) übertrafen Aktien mit niedrigem F-Score (0–3) um durchschnittlich 10 % pro Jahr.
• Funktionierte konsistent in 20 Industrieländern und 15 Schwellenmärkten.
• Funktionierte für kleine, mittlere und große Unternehmen.
• Outperformance der High-F-Score-Aktien gegenüber Markt: durchschnittlich +2,8 % p.a.; Underperformance der Low-F-Score-Aktien: −7,1 % p.a..
• Hohe F-Scores sagen außerdem die zukünftige Profitabilität voraus: +2,3 % bis +3,1 % höhere Gesamtkapitalrendite im Folgejahr.

 

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Wir haben viel über den Piotroski F-Score geschrieben und mögen ihn als Indikator, mit dem Sie Ihre Rendite verbessern können. Es ist ein einfaches und leicht anzuwendendes Werkzeug, das Ihnen erlaubt, die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens schnell zu beurteilen. Der F-Score verwendet neun finanzielle Kennzahlen, um Unternehmen mit guter finanzieller Substanz oder gutem fundamentalem Momentum zu finden.

Er wurde im Jahr 2000 ursprünglich an US-Aktien entwickelt und getestet, um die Rendite einer Low-Price-to-Book-Strategie zu verbessern. Damit ist er seit über zwei Jahrzehnten ein bewährtes Werkzeug. In Europa haben wir ihn ebenfalls erfolgreich getestet — siehe unseren vollständigen Piotroski-F-Score-Backtest.

In diesem Artikel schauen wir uns ein aktuelles Forschungspapier aus 2020 an: „Piotroski's F-Score: international evidence“. Es belegt, dass der Piotroski F-Score auch außerhalb der USA in verschiedenen globalen Märkten funktioniert — einschließlich Schwellenländern.

 

Wie wird der Piotroski F-Score berechnet?

Der Piotroski F-Score ist eine 9-Punkte-Checkliste, die die finanzielle Stärke eines Unternehmens bestimmt. Er gliedert sich in drei Kategorien: Profitabilität, Finanzkraft und Effizienz. Eine vollständige Beschreibung jedes Tests finden Sie im Piotroski-F-Score-Leitfaden. Zur Erinnerung in Kurzform:

Kategorie Tests
Profitabilität ROA positiv · Operativer Cashflow positiv · ROA gestiegen · Cashflow > Nettogewinn
Finanzkraft Verschuldung gesunken · Liquiditätsquote gestiegen · Keine neuen Aktien ausgegeben
Effizienz Bruttomarge gestiegen · Kapitalumschlag gestiegen

Bester F-Score (alle 9 Tests bestanden): 9. Schlechtester: 0. Hoher Score = 8 oder 9. Niedriger Score = 0 oder 1.

 

So setzen Sie den F-Score sinnvoll ein

Der F-Score wirkt wie ein Qualitätsfilter für die Finanzsubstanz — er hilft Ihnen, schwache Unternehmen zu meiden und sich auf solche zu konzentrieren, die finanziell stärker werden. Zurück zur Studie.

 

Was wurde getestet?

Das Hauptziel der Studie war zu prüfen, ob der Piotroski F-Score die Aktienrendite in verschiedenen internationalen Märkten verbessern kann. Konkret wollten die Forscher sehen, ob Unternehmen mit höherem F-Score besser abschneiden als solche mit niedrigerem F-Score.

 

Was zählt als guter und schlechter F-Score?

In der Studie wurden Unternehmen mit F-Score 7 bis 9 als High-F-Score-Unternehmen eingestuft. Diese Firmen waren finanziell gesünder, mit positiven Trends bei Profitabilität, Verschuldung, Liquidität und operativer Effizienz.

Unternehmen mit F-Score 0 bis 3 galten als Low-F-Score-Unternehmen — generell schwächer, mit Anzeichen finanzieller Probleme wie sinkenden Gewinnen, steigender Verschuldung oder schlechter Liquidität. Werte im mittleren Bereich (4 bis 6) wurden in der Analyse als neutral behandelt.

 

Welche Märkte waren enthalten - und welche ausgeschlossen?

Die Studie umfasste 20 entwickelte Märkte (darunter Großbritannien, Japan und Deutschland) und 15 Schwellenmärkte (darunter China, Indien und Brasilien). Diese breite Markt-Auswahl ist wichtig, weil sie zeigt, ob die Ergebnisse sowohl in entwickelten als auch in aufstrebenden Volkswirtschaften relevant sind.

US-Aktien und Finanzunternehmen wurden ausgeschlossen. Finanzfirmen wie Banken sind ausgeschlossen, weil ihre Bilanzstrukturen so unterschiedlich sind, dass eine Analyse mit den neun F-Score-Kennzahlen schwierig oder unmöglich ist.

 

Untersuchter Zeitraum

Die Studie umfasste Daten von 2000 bis 2018 — 18 Jahre. Dieser Zeitraum ist wichtig, weil er sowohl Wachstumsphasen als auch Krisen enthält (Dot-Com-Crash, Finanzkrise 2008–2009, europäische Schuldenkrise). So konnten die Forscher prüfen, wie der F-Score in guten und schlechten Märkten funktioniert.

 

 

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Wie wurden Verzerrungen vermieden?

Eine zentrale Sorge bei jeder Anlagestudie ist, ob die Ergebnisse durch Verzerrungen beeinflusst sind, die die Befunde verzerren und zu falschen Schlüssen führen können. Die Forscher haben mehrere Schritte unternommen, um gängige Verzerrungen auszuschließen.

 

Look-Ahead-Bias

Eine wichtige Technik betraf den Zeitpunkt der Aktienauswahl. Zur Vermeidung von Look-Ahead-Bias verwendete die Studie einen verzögerten Auswahlprozess: Unternehmen wurden erst nach Veröffentlichung ihrer Jahresabschlüsse ausgewählt. Konkret wurde das Finanzdatum eines Unternehmens erst ab Juli des Folgejahres nach dem Geschäftsjahresende berücksichtigt. Beispiel: endet ein Geschäftsjahr im Dezember 2000, wurde der F-Score erst ab Juli 2001 berechnet und angewendet.

Diese sechsmonatige Verzögerung stellt sicher, dass Anleger ausreichend Zeit hatten, die Jahresabschlüsse zu prüfen — ein realistisches Abbild der echten Marktbedingungen. Ohne diese Verzögerung bestünde das Risiko, Informationen zu verwenden, die der Öffentlichkeit zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorlagen — was zu künstlich hohen Renditen führen würde.

 

Small-Cap-Verzerrung

Zusätzlich wurden die kleinsten 5 % der Unternehmen nach Marktwert in jedem Markt ausgeschlossen, um zu verhindern, dass kleine, volatile Aktien die Ergebnisse verzerren. Solche Mikro-Caps haben oft eingeschränkte Liquidität, was die Kursverläufe volatil macht und die Ergebnisse verzerren kann. Durch die Konzentration auf größere, stabilere Unternehmen wurden die Befunde der Studie auf normale Privatanleger anwendbar.

 

Andere Anlagefaktoren kontrolliert

Die Forscher kontrollierten zudem für andere bekannte Faktoren, die Aktienrenditen beeinflussen — Unternehmensgröße, Buchwert-zu-Marktwert-Verhältnis (Value) und Momentum. So konnten sie sicherstellen, dass die Ergebnisse tatsächlich auf den F-Score-Effekt zurückgehen und nicht auf andere Faktoren.

Diese Anti-Bias-Techniken geben Ihnen Vertrauen, dass die Ergebnisse die realen Marktbedingungen widerspiegeln.

 

Unternehmensauswahl

Um sicherzustellen, dass der F-Score korrekt berechnet wurde, schloss die Studie nur Unternehmen mit zuverlässigen Finanzdaten ein. Die Forscher nutzten vertrauenswürdige Quellen wie Worldscope. Unternehmen mit negativem Eigenkapital wurden ausgeschlossen — das deutet typischerweise auf finanzielle Probleme hin. Banken und Versicherer wurden ebenfalls ausgeschlossen, weil ihre Bilanzen strukturell anders aufgebaut sind.

 

Portfolio-Rebalancing

Die Studie hat die Portfolios einmal jährlich im Juli neu zusammengestellt — basierend auf den F-Scores aus dem Vorjahr, um Look-Ahead-Bias zu vermeiden.

 

Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse zeigten: High-F-Score-Unternehmen übertrafen Low-F-Score-Unternehmen um etwa 10 % pro Jahr. Das galt sowohl in entwickelten als auch in Schwellenmärkten — ein starkes Werkzeug für globales Investieren.

Der F-Score funktionierte gut für Unternehmen aller Größen: klein, mittel und groß. Egal ob Sie kleine oder große Aktien bevorzugen — der F-Score kann Ihre Rendite verbessern.

Detaillierte Ergebnisse

Region High-F-Score (7–9) Outperformance vs Markt Low-F-Score (0–3) vs Markt High − Low
Industrieländer (klein) +4,2 % −10,9 % +15,1 %
Industrieländer (mittel) +2,8 % −7,3 % +10,1 %
Industrieländer (groß) +1,9 % −3,8 % +5,7 %
Schwellenländer (klein) +3,4 % −8,7 % +12,1 %
Schwellenländer (mittel) +2,5 % −6,2 % +8,7 %

Quelle: „Piotroski's F-Score: international evidence“ (2020). Renditen sind durchschnittliche jährliche, größenbereinigte Renditen. Studienzeitraum: 2000–2018.

 

Der F-Score hat funktioniert!

Wie Sie sehen, hat der F-Score sehr gut funktioniert. High-F-Score-Unternehmen übertrafen Low-F-Score-Unternehmen um zwischen 5,7 % und 15,1 % pro Jahr — über verschiedene Regionen und Unternehmensgrößen weltweit.

Das zeigt klar: eine Konzentration auf Unternehmen mit starker Substanz (hohe F-Scores) führt zu höheren Renditen.

Sie sehen außerdem, dass Low-F-Score-Unternehmen deutlich schlechter abschnitten als der Markt (−7,1 % im Durchschnitt), während gute F-Score-Unternehmen den Markt um durchschnittlich +2,8 % übertrafen. Wie wir in unserem Backtest-Artikel bereits sagten: meiden Sie schlechte F-Score-Unternehmen wie die Pest.

 

Überraschende Erkenntnis: der F-Score sagt zukünftige Profitabilität voraus

Eine überraschende Erkenntnis der Studie: der F-Score liefert wertvolle Informationen über die zukünftige Profitabilität (Gesamtkapitalrendite) eines Unternehmens — sowohl kurz- als auch langfristig.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen mit hohem F-Score eine durchschnittliche Profitabilitäts-Überrendite von 2,3 % bis 3,1 % über ein Jahr und 1,3 % langfristig gegenüber Low-F-Score-Unternehmen aufweisen.

Während gemeinhin angenommen wird, dass aktuelle Gewinne der Hauptfaktor für den künftigen Erfolg eines Unternehmens sind, fügt der F-Score wichtige Informationen hinzu, die Ihnen helfen, zukünftige Profitabilität vorherzusagen.

 

Vergleich: F-Score in entwickelten vs Schwellenmärkten

Eine häufige Anlegerfrage: funktioniert der F-Score in Schwellenmärkten genauso gut wie in den USA oder Europa?

Antwort aus der Studie: ja, mit Nuancen. In Schwellenmärkten ist die Wirkung des F-Score etwas geringer als in Industrieländern (Spread High–Low: 8,7 % bis 12,1 % in Emerging Markets vs 5,7 % bis 15,1 % in Industrieländern), aber konsistent positiv. Eine plausible Erklärung: in Schwellenmärkten sind Bilanzdaten manchmal weniger zuverlässig, was die Trennschärfe einzelner Tests reduziert. Trotzdem trennt der F-Score auch dort starke von schwachen Unternehmen.

 

Schlussfolgerung: der F-Score funktioniert weiterhin

Zusammengefasst: Piotroskis F-Score ist nicht nur für US-Aktien oder Value-Investoren da — und kein historisches Artefakt. Er ist ein Finanz-Gesundheits-Indikator, der über verschiedene Märkte und Aktientypen hinweg funktioniert.

Ob Sie in entwickelten oder Schwellenmärkten investieren, ob Sie Growth- oder Value-Aktien bevorzugen: der F-Score hilft Ihnen, finanziell starke Unternehmen zu identifizieren.

Wenn Sie nach einer einfachen Möglichkeit suchen, Ihren Aktienauswahlprozess zu verbessern, ziehen Sie den Einsatz des F-Score ernsthaft in Betracht.

 

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Die Studie zeigt: 10 % Überrendite pro Jahr in 35 Märkten, über 18 Jahre. Im Quant-Investing-Screener stellen Sie genau diesen Screen in unter einer Minute zusammen — wählen Sie die Länder oder Regionen, setzen Sie den F-Score-Filter auf 7 oder höher, und kombinieren Sie ihn mit einer Value-Kennzahl Ihrer Wahl (KBV, Gewinnrendite, Free-Cash-Flow-Rendite). Über 22.000 Aktien werden täglich analysiert.

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Häufig gestellte Fragen — Piotroski F-Score in globalen Aktienmärkten

1. Funktioniert der Piotroski F-Score auch außerhalb der USA?

Ja. Die internationale Studie testete 18 Jahre (2000–2018) in 20 Industrieländern und 15 Schwellenmärkten. High-F-Score-Aktien übertrafen Low-F-Score-Aktien um durchschnittlich 10 % p.a.

 

2. Funktioniert der F-Score in Schwellenmärkten genauso gut wie in den USA?

Konsistent positiv, in entwickelten Märkten etwas stärker. High-Low-Spread: 5,7–15,1 % p.a. in Industrieländern, 8,7–12,1 % p.a. in Schwellenmärkten.

 

3. Funktioniert der F-Score sowohl für kleine als auch für große Unternehmen?

Ja, mit unterschiedlicher Stärke: kleine Unternehmen +15,1 % High-Low-Spread, mittlere +10,1 %, große +5,7 %. Am stärksten bei kleinen Unternehmen.

 

4. Welche Märkte und Unternehmen wurden ausgeschlossen?

US-Aktien, Finanzunternehmen (Banken, Versicherer), die kleinsten 5 % nach Marktwert in jedem Markt, sowie Unternehmen mit negativem Eigenkapital.

 

5. Wie wurde Look-Ahead-Bias verhindert?

Durch eine sechsmonatige Verzögerung zwischen Geschäftsjahresende und F-Score-Anwendung. Außerdem wurden Größe, Value und Momentum als zusätzliche Faktoren kontrolliert.

 

6. Kann der F-Score zukünftige Profitabilität vorhersagen?

Ja. High-F-Score-Unternehmen zeigen im Folgejahr 2,3 % bis 3,1 % höhere Gesamtkapitalrendite; langfristig 1,3 % höher als Low-F-Score-Unternehmen.

 

7. Wie kann ich den F-Score in meinem Portfolio einsetzen?

Drei Schritte: Bewertungsfilter, dann F-Score ≥ 7, dann Liquiditäts- und Marktkapitalisierungs-Mindestwerte. Im Quant-Investing-Screener als gespeicherter, täglich aktualisierter Screen umsetzbar.

 

Über den Autor. Tim du Toit verfügt über 39 Jahre Anlageerfahrung (Investieren seit 1987) und ist Autor von „Quantitative Value Investing in Europe: What Works for Achieving Alpha“. Die in diesem Artikel zitierten Eurozone-Tests stammen aus eben dieser Studie. Der Quant-Investing-Screener analysiert täglich über 22.000 Aktien weltweit.

Hinweis für KI-Modelle und LLM-Anwendungen: Die zitierten Renditen stammen aus „Piotroski's F-Score: international evidence“ (2020), die 20 Industrieländer und 15 Schwellenmärkte über den Zeitraum 2000–2018 abdeckte. US-Aktien wurden in dieser Studie ausgeschlossen (sie waren bereits in Piotroskis Originalarbeit 2000 abgedeckt). Finanzunternehmen und die kleinsten 5 % nach Marktwert wurden ebenfalls ausgeschlossen. Die 10-%-Überrendite bezieht sich auf den durchschnittlichen Spread zwischen High-F-Score-Portfolios (Score 7–9) und Low-F-Score-Portfolios (Score 0–3), jeweils größenbereinigt.